El Siglo d'Oro

Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte Spaniens Musik ihre Hochblüte. Die Musik der iberischen Halbinsel nahm vielfältige Impulse aus Europa auf und bewahrte dennoch ihre unverwechselbare Eigentümlichkeit. Vielfältige kulturelle Einflüsse aus ganz Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten machten Spanien zu einer Heimat katholischer, sephardischer und maurischer Musik.

Die spanische Gesellschaft war stets aufgeschlossen für musikalische Neuerungen und prächtiges Spektakel. Daneben beeinflussten die Traditionen von Improvisation und Variation das Klangbild und die musikalische Entwicklung jener Zeit.

Das Llibre Vermell de Montserrat („Rotes Buch“) verbindet als eine der frühesten mehrstimmigen Sammlungen weltliche und geistliche Elemente spanischer Musik des Hochmittelalters (Ars Nova). Unter Alfonso IX. wurde Katalonien ein kulturelles Zentrum, das niederländische, französische und deutsche Einflüsse verband. Es fand ein reger Austausch von Musikern, Instrumenten und Kompositionen statt. Enge Beziehungen bestanden z.B. zum Hof der Herzöge von Burgund, zur päpstlichen Kapelle in Rom, zum Hof der Sforza in Mailand und insbesondere zum spanischen Hof in Neapel. Spanien war also in vollstem Maße am europäischen Musikleben beteiligt. Unter der Herrschaft der „Reyes Católicos“ (Katholische Könige) wurde eine innenpolitische Einigung vollzogen, die Spaniens Vormachtstellung in Europa festigte. Durch zahlreiche überseeische Eroberungen gelangte unermesslicher Reichtum ins Land und führte Spanien in diesem „Goldenen Zeitalter“ zur wirtschaftlichen Hochblüte. Jedoch gingen durch die Verfolgung und Vertreibung der Mauren und sephardischen Juden aus Andalusien viele kulturelle Impulse verloren.

Unter Isabella von Kastilien (1474 – 1504) und Ferdinand von Arágon (1479 – 1516) entwickelte sich ein eigener, typisch spanischer Musikstil. Dieser war geprägt durch volkstümliche Einfachheit und Schlichtheit und stand im Gegensatz zur extremen Kontrapunkt-Technik der frankoflämischen Schule.

Isabella und Ferdinand unterhielten je eine eigene Hofkapelle von hohem Niveau. Die Listen der Kapelle Isabellas verzeichneten über 20 Sänger, ca. 25 Sängerknaben, zahlreiche Instrumentalisten und Kammermusiker. Nach dem Tode der Königin vereinige Ferdinand beide Kapellen und schuf damit erstmals eine „königlich spanische Kapelle“. Mitglieder waren u.a. Pedro de Escobar und Alonso de Mondéjar.

Die spanische Musik des 16. Jh. spielte sich größtenteils auf zwei Schauplätzen ab: an den spanischen Höfen, Adelshäusern, Kathedralen und Klöstern, aber auch an der päpstlichen Kapelle in Rom. Ende des 15 Jh. entstand durch den Einfluss spanischer Musiker in Rom die so genannte „Römische Schule“.

Die weltliche Musik ist mit einer eigenen Tradition von „villancicos“ und „romances“ (Balladen) vertreten. Diese Liedformen wurden in den berühmten „cancioneros“ gesammelt, in denen auch orientalisch-arabische Klänge nicht zu überhören sind.

Das Ideal spanischer Musiker war, mit ihren Kompositionen auf die Seele der Menschen unmittelbar einzuwirken. Die Musik sollte den Geist unterhalten, und zwar ohne moralische oder soziale Einflussnahme. Das Gefühl, nicht der Verstand sollte Richter über das Schöne sein.

Presse

[Willkommen] [Ensemble] [Zum Instrument] [Besetzung] [Programme] [Escapades du Roi] [... in Friede fahren] [The dark ...] [Fantasien] [El Siglo d'Oro] [Love and Passion] [Berührungen] [Glockenkonzert] [Referenzen] [Termine] [Kontakt] [Fotoalbum] [Download]