Zum Instrument

Im klassischen Konzertbetrieb heutiger Zeiten relativ unbekannt war die Gambe im 16. und 17. Jahrhundert bei Hofe hochgeschätzt. Das Spiel der Gambe zu erlernen war wesentlicher Bestandteil einer adeligen Erziehung. Unser Herz schlägt noch immer, über Jahrhunderte hinweg, für dieses tiefsinnige, modulationsfähige und klangreiche Instrument.

Die Viola da Gamba (ital.: Kniegeige) hat ihren Ursprung wohl im Spanien des 16. Jahrhundert. In Italien fand man dieses Instrument gegen Ende des 16. Jh. an Höfen, die in enger Verbindung mit Spanien standen. Als Melodie- aber auch Akkordinstrument steht sie in ihrer Entwicklung der Laute und Vihuela nahe. Das 6-7 saitige Instrument wurde bald in “Familien” gebaut.

In der Tradition der Vokalmusik stehend wurden die Gamben zunächst vorwiegend als Consort-Instrument eingesetzt. Ebenso waren sie aber auch für virtuose Solomusik ausgelegt, worauf frühe Lehrwerke hinweisen. (Ganassi, 1542; Ortiz, 1553)

Während England bis zum Ende des 17. Jh. das Gamben-Consort pflegte, stand zu Beginn der Barockzeit in Frankreich und Deutschland vor allem die solistische Musik für Bassgambe im Vordergrund.

Weiterführende Informationen:

Anette Otterstedt:
Die Gambe - Kulturgeschichte und praktischer Ratgeber
Bärenreiter-Verlag, Kassel, 1994
ISBN 3-7618-1152-7

Barbara Schwendowius:
Die solistische Gambenmusik in Frankreich von 1650  bis 1740
Gustav Bosse Verlag, Regensburg, 1970

Fred Flassig:
Die solistische Gambenmusik in Deutschland im 18. Jahrhundert
Cuviliier-Verlag, Göttingen, 1998
ISBN 3-89712-241-3

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